I-Lab Chat 2020

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09
2020
Online-Veranstaltung
09:00 - 12:00 Uhr
GovLabAustria

I-Lab Chat 2020

„Erkenntnisse teilen – Ideen entwickeln“

Der I-Lab Chat 2020 fand heuer erstmals im digitalen Raum statt und wurde als Reaktion auf die aktuelle Covid19-Pandemie ins Leben gerufen. Ingesamt nahmen rund 50 Teilnehmer:innen aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Industrie und Zivilgesellschaft an der Veranstaltung teil. Das Thema des I-Lab Chats 2020 war die Corona-Krise und welche erste Lernerfahrungen aus dieser Zeit gemacht werden konnten

Die Corona-Pandemie hat für das Handeln der Verwaltung gesellschaftliche, organisatorische und technische Konsequenzen. Um aus diesen zu lernen und mögliche Entwicklungsschritte für die öffentliche Verwaltung zu identifizieren, erheben derzeit zahlreiche Institutionen Informationen zu Veränderungen und Lernerfahrungen.

Das GovLabAustria begleitet Politics for Tomorrow, Universität Speyer (WITI), Fraunhofer FOKUS und weitere Partnerorganisationen im Rahmen des Projektes Innokompass-Rekorder bei der Dokumentation dessen, was war, was ist und was sein kann. Das wiederholte Beantworten einfacher Fragen soll es ermöglichen, Entwicklungsprozesse bewusst zu beobachten, zu beschreiben und nachzuvollziehen und durch die Multiperspektivität neues Wissen in Bezug auf Resilienz, Agilität und Veränderungsdynamik der öffentlichen Verwaltung zu generieren. Dies ist gerade jetzt wichtig, wenn wir in die vermeintliche “Normalität” zurückkehren, mit neuen Augen darauf schauen, wie wir vorher gearbeitet haben und Verwaltung neu denken und gestalten wollen.

Im Rahmen des I-Lab Chat wurden erste Erkenntnisse aus dieser und anderen Erhebungen (DUK, OECD) mit einem zusätzlichen inhaltlichen Fokus auf Fragen der Gleichstellung präsentiert und Highlights in Kleingruppen diskutiert.

Breakout-Sessions

Um auf das Wissen und die Erfahrungen der Teilnehmer:innen des I-Lab Chats zugreifen zu können wurden fünf unterschiedliche Workshops abgehalten, wobei bei der Zuteilung zu den einzelnen Beakout-Sessions besonders auf den Diversitätsaspekt geachtet wurde. Das zentrale Thema war in allen Workshops die aktuelle Corona-Pandemie, wobei die Sessions selbst unterschiedliche Schwerpunkte inne hatten. Im Folgenden werden kurz die diskutierten Inhalte der einzelnen Workshops präsentiert.

Workshop 1: Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport (Host: Ursula Rosenbichler)

Gleichstellung ist das Ziel – Die Strategie ein möglicher Weg

Wir suchen Handlungsfelder und bauen Interventionsarchitekturen

Im Rahmen des in der Überschrift genannten Workshops wurden kurz und knapp auf Ebene eines elaborierten Brainstormings Handlungsfelder diskutiert, welche wesentlich sind, um dem Ziel und Soll-Zustand der Gleichstellung näherzukommen. Die Diskussion bewegte sich entlang bekannter und unbekannter Handlungsfelder. Insbesondere die Corona-Krise verweist mit großer Deutlichkeit darauf, dass vergangene Erfolge im Gleichstellungsbereich keine selbstverständliche Fortführung durch die Kirse hindurch erfahren haben. Teilnehmer:innen des Workshops analysierten unter Moderation von Ursula Rosenbichler fünf Handlungsfelder. Die gemeinsam erarbeiteten Handlungsfelder sind: Verteilung, Strukturen, Sichtbar-Machen, Kompetenzentwicklung und Zielklarheit bzw. Zielwidersprüche. Nächste Schritte, um in die Umsetzung zu kommen und die Handlungsfelder zu entwickeln, sind das Erarbeiten von konkreten Zielen und Maßnahmen und das Setzen  der `Interventionshebel`.

Workshop 2: Donau-Universität Krems (Host: Peter Parycek/Noella Edelmann)

Der I-Lab Chat und die Break-Out Sessions zeigen, wie wichtig es ist in unsicheren Zeiten innovativ zu sein und neue Formate auszuprobieren. In der Break-Out Session mit Peter Parycek und Noella Edelmann wurde mit den Teilnehmer:innen über Erfahrungen und Schwierigkeiten, aber auch über lessons learned in Zeiten der Corona-Pandemie diskutiert. Die große Zunahme an Tele-Arbeit, Home-Office sowie der Einsatz digitaler Lösungen in der Arbeit, Organisation und in der Verwaltung zeigen wie wichtig Aspekte wie z.B. Kompetenzaufbau der Mitarbeiter:innen, einheitliche IT-Systeme und Anwendungen sind, aber auch das eine neue Arbeitskultur entwickelt werden muss. Das bedeutet nicht nur die Entwicklung neuer Standards und Rahmenbedingungen für Tele-Arbeit, sondern auch die Förderung von „Digital Leadership“ und Innovation in Organisation und Verwaltung.

Workshop 3: Politics for Tomorrow (Host: Caroline Paulick-Thiel)

Ausgehend von den Erfahrungen der letzten Monate im Bezug auf veränderte Arbeitsbedingungen in der öffentlichen Verwaltung, konnten wir in unserer Gruppe folgende Schwerpunkte identifizieren:

  • Kultur-Prozesse in den Organisationen starten, um kreative Ansätze zu fördern und den Erfolg am Ergebnis der Arbeit – nicht der Anwesenheit der Mitarbeitenden – zu messen.
  • Veränderungen evidenzbasiert gestalten, sodass ein wirkliches Lernen stattfinden kann und Umfrageergebnisse wirkungsorientiert und transparent für die Weiterentwicklung der Organisation genutzt werden.
  • Rahmenbedingungen für die Nutzung neuer Technologien etablieren, um digital, kooperativ und agil arbeiten zu können, der Ausbau von Infrastruktur und Kompetenzen muss gleichermaßen gefördert werden.
  • Austausch und Vernetzung intensivieren, zwischen und innerhalb von Ministerien, Regionen sowohl international z.B. durch Jobtausch mit Organisation die eine gute, adaptive Praxis etabliert haben.

Den Link zu den Ergebnissen auf MURAL finden sie hier.

Workshop 4: OECD (Host: David Gößmann)

Der Workshop beschäftigte sich konkret mit der Frage wie sich die Beziehung zwischen Staat und Gesellschaft in der post-COVID-Welt verändern kann und muss, damit mehr Bottom-up-Lösungen und Erkenntnissen aus der Gesellschaft Zugang zu politischen Prozessen finden. Workshop-Teilnehmer:innen aus den verschiedensten Bereichen diskutierten diese Frage in einer sehr animierten Debatte und brachten kreative und innovative Lösungsvorschläge basierend auf ihren eigenen Erfahrungen ein. Die wichtigsten Ergebnisse und Ideen der Teilnehmer zu dieser Frage lassen sich wie folgt zusammenfassen:

1) Die Wichtigkeit von klarer und offener Kommunikation – Bürgerkommunikation auf Augenhöhe benötigt eine neue Form der Kommunikation, die so viel wie möglich auf technische Begriffe verzichtet und Sprache an die Bedürfnisse der Gesellschaft anpasst;

2) Die Dauer eines Kulturwandels und Erwartungsmanagement – Veränderung braucht Zeit. Vertrauen muss aufgebaut und erhalten werden. Beteiligung und Zusammenarbeit muss auf Dauer institutionalisiert werden;

3) Diversität von Tools und Kanälen – Neue Tools bieten neue Möglichkeit. Um diese jedoch zu nutzen, müssen sich sowohl die Verwaltung als auch die Gesellschaft ändern. Es bedarf neuer Technologien in der Verwaltung (vor allem auf lokaler Ebene) und neue Kompetenzen, die es behutsam aufzubauen gilt.

Workshop 5: Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer (Host: Rubina Zern-Breuer)

Ausgehend von den Erfahrungen der letzten Monate in Bezug auf veränderte Arbeitsbedingungen in der öffentlichen Verwaltung konnten wir in unserer Gruppe folgende Ideen identifizieren:

  • Leadership einfordern und gleichzeitig Bottom-up-Prozesse priorisieren: Authentizität und Vertrauen in den Prozess sowohl bei Führungskräften als auch bei Mitarbeiter:innen stärken und in geeigneter Weise unter die Leute bringen, bspw. durch strukturierte Dialoge zu Verwaltungsherausforderungen (“Innovation von unten”)
  • Gemeinschaft stärken, Community-Management betreiben: Gemeinden und insgesamt die Community-Ebene stärker einbeziehen, z.B. durch bessere (digitale) Vernetzung
  • Verwaltung als heterogene Institution anerkennen: individuelle Lösungen für unterschiedliche Herausforderungen und Bedürfnisse in den Verwaltungen auf verschiedenen Ebenen finden und durch positive Beispiele (bspw. durch Storytelling) vorantreiben

Den Link zu den Ergebnissen auf MURAL finden sie hier.

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